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Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauchzen dem Fels unsres Heiles! Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern! In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge. Sein ist das Meer, das er gemacht hat, das trockene Land, das seine Hände gebildet. Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer! Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt. Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
Wer im Frieden beten möchte, der wird nicht nur auf den Ort achten, sondern auch auf den Zeitpunkt. Die Zeit der Ruhe ist die beste, und wenn der Schlaf der Nacht über alles ein tiefes Schweigen legt, kann man freier und reiner beten. „Steh auf, klage bei Nacht, zu jeder Nachtwache Anfang! Schütte aus wie Wasser dein Herz vor dem Angesicht des Herrn!“ (Klgl 2,19). Wie sicher steigt doch in der Nacht das Gebet auf, wenn Gott dein einziger Zeuge ist, zusammen mit dem Engel, der es empfängt, um es auf dem himmlischen Altar darzubringen! Es ist Gott angenehm, lichterfüllt und schamhaft. Es ist ruhig, friedvoll, wenn kein Lärm, kein Geschrei es unterbricht. Es ist rein und aufrichtig, wenn der Staub der irdischen Sorgen es nicht beschmutzen kann. Kein Zuschauer ist zugegen, der es der Versuchung aussetzen könnte durch seinen Applaus oder seine Schmeicheleien. Deshalb handelt die Braut [des Hohenliedes] mit soviel Umsicht und Scham, wenn sie die nächtliche Einsamkeit ihres Zimmers wählt, um zu beten, das heißt: um das [fleischgewordene] Wort zu suchen, denn das alles ist eins. Du betest schlecht, wenn du anderes suchst, als das Wort, das Wort Gottes, oder wenn deine Gebetsbitte keinen Bezug zu jenem Wort hat. Denn in Ihm ist alles enthalten: die Arznei deiner Verletzungen, die Hilfe, die dir notwendig ist, der Nachlass deiner Schuld, die Quelle deines Fortschritts, kurz gesagt: alles, was ein Mensch sich wünschen kann und soll. Es gibt keinen Grund, das Wort um etwas anderes zu bitten, als um Es selbst, denn alles ist in Ihm enthalten. Wenn wir, wie es ja nötig ist, gewisse konkrete Dinge erbitten wollen und wenn wir, wie es uns aufgetragen ist, sie ersehnen in Bezug auf das Göttliche Wort, so sind es weniger die Dinge selbst, die wir erbitten, sondern wir erbitten vielmehr Ihn selbst, der die Ursache unseres Gebets ist.
Der Engel des Herrn zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus. Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen, und seine Knechte werden ihm dienen. Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit. Und der Engel sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahr. Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss. Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.
Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut.
So wie das gesunde und reine Auge den Lichtstrahl aufnimmt, der es trifft, so erkennt auch das Auge des Glaubens mit der Pupille der Einfachheit die Stimme Gottes, sobald der Mensch sie vernimmt. Das Licht, das von seinem Wort ausgeht, erhebt sich in ihm, er wirft sich freudig ihm entgegen und empfängt es, wie unser Herr im Evangelium gesagt hat: „Meine Schafe hören auf meine Stimme“ (Joh 10,27). […] Mit dieser Reinheit und dieser Einfachheit sind die Apostel dem Wort Christi gefolgt. Die Welt hat sie nicht davon abhalten können, die menschliche Gewohnheit hat sie nicht zurückhalten können, noch irgendeines der Güter, die etwas in der Welt gelten, hat sie hindern können. Diese Seelen haben Gott gespürt und lebten aus dem Glauben. Bei solchen Seelen kann nichts in der Welt die Oberhand gewinnen über das Wort Gottes. Es ist kraftlos in den toten Seelen, denn weil die Seele tot ist, wird aus dem kraftvollen Wort ein kraftloses und die Lehre Gottes, sonst so stark, verliert ihre Kraft bei jenen Seelen. Denn das ganze Wirken des Menschen findet dort statt, wo er lebt. Wer für die Welt lebt, der stellt seine Gedanken und Sinne in den Dienst der Welt, wohingegen jener, der für Gott lebt, sich seinen kraftvollen Geboten bei allen seinen Taten zuwendet. Alle, die berufen worden sind, haben sofort der Stimme gehorcht, die sie gerufen hat, wenn die Last der Liebe zu den irdischen Dingen sich nicht in ihrer Seele verfangen hatte. Denn die Fesseln der Welt sind eine Last für den Verstand und die Gedanken, und jene, die gebunden und gefesselt sind, hören nur schwer die Stimme Gottes, die sie ruft. Die Apostel hingegen und vor ihnen die Gerechten und die Väter waren nicht so. Sie haben gehorcht, wie es lebendige Menschen tun, und sie sind leicht hinübergegangen, weil nichts auf der Welt sie durch seine Last hielt. Nichts kann die Seele binden und fesseln, die Gott in sich fühlt. Sie ist offen und bereit, so dass das Licht der göttlichen Stimme sie zu seinem Empfang bereitet vorfindet, sooft es zu ihr kommt.
Wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr“ und in deinem Herzen glaubst: „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden. Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen. Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen. Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen. Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden. Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt? Wie soll aber jemand verkündigen, wenn er nicht gesandt ist? Darum heißt es in der Schrift: Wie sind die Freudenboten willkommen, die Gutes verkündigen! Doch nicht alle sind dem Evangelium gehorsam geworden. Denn Jesaja sagt: Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt? So gründet der Glaube in der Botschaft, die Botschaft im Wort Christi. Aber, so frage ich, haben sie die Boten etwa nicht gehört? Doch, sie haben sie gehört; denn ihre Stimme war in der ganzen Welt zu hören und ihr Wort bis an die Enden der Erde.
In jener Zeit als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder Andreas; sie warfen gerade ihr Netz in den See, denn sie waren Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren mit ihrem Vater Zebedäus im Boot und richteten ihre Netze her. Er rief sie, und sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Jesus.
Ich, Johannes, sah einen anderen Engel aus dem Himmel herabsteigen; er hatte große Macht, und die Erde leuchtete auf von seiner Herrlichkeit. Und er rief mit gewaltiger Stimme: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große! Zur Wohnung von Dämonen ist sie geworden, zur Behausung aller unreinen Geister und zum Schlupfwinkel aller unreinen und abscheulichen Vögel. Dann hob ein gewaltiger Engel einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein; er warf ihn ins Meer und rief: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hinabgeworfen werden, und man wird sie nicht mehr finden. Die Musik von Harfenspielern und Sängern, von Flötenspielern und Trompetern hört man nicht mehr in dir. Einen kundigen Handwerker gibt es nicht mehr in dir. Das Geräusch des Mühlsteins hört man nicht mehr in dir. Das Licht der Lampe scheint nicht mehr in dir. Die Stimme von Braut und Bräutigam hört man nicht mehr in dir. Deine Kaufleute waren die Großen der Erde, deine Zauberei verführte alle Völker. Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist bei unserm Gott. Seine Urteile sind wahr und gerecht. Er hat die große Hure gerichtet, die mit ihrer Unzucht die Erde verdorben hat. Er hat Rache genommen für das Blut seiner Knechte, das an ihren Händen klebte. Noch einmal riefen sie: Halleluja! Der Rauch der Stadt steigt auf in alle Ewigkeit. Jemand sagte zu mir: Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist. Dann sagte er zu mir: Das sind zuverlässige Worte, es sind Worte Gottes.
Die Armen, Schwachen, Kranken und von verschiedener Mühseligkeit Bedrückten oder die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten sollen sich in besonderer Weise mit Christus in seinem Leiden für das Heil der Welt zu vereinigen wissen. Sie hat der Herr im Evangelium seliggepriesen, und „der Gott … aller Gnade, der uns in Christus Jesus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird (sie) nach kurzer Zeit des Leidens selber vollenden, stärken, kräftigen und festigen“ (1 Petr 5,10). […] Da Jesus, der Sohn Gottes, seine Liebe durch die Hingabe seines Lebens für uns bekundet hat, hat keiner eine größere Liebe, als wer sein Leben für ihn und die Brüder hingibt (vgl. 1 Joh 3,16; Joh 15,13). Dieses höchste Zeugnis der Liebe vor allen, besonders den Verfolgern, zu geben war die Berufung einiger Christen schon in den ersten Zeiten und wird es immer sein. Das Martyrium, das den Jünger dem Meister in der freien Annahme des Todes für das Heil der Welt ähnlich macht und im Vergießen des Blutes gleichgestaltet, wertet die Kirche als hervorragendes Geschenk und als höchsten Erweis der Liebe. Wenn es auch wenigen gegeben wird, so müssen doch alle bereit sein, Christus vor den Menschen zu bekennen und ihm in den Verfolgungen, die der Kirche nie fehlen, auf dem Weg des Kreuzes zu folgen.