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In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.
Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht! Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm. Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt!
„Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!“ Brüder, wir müssen uns vor allem über die Gnade der Einsamkeit und über die Glückseligkeit der Wüste Gedanken machen; sie wird seit dem Beginn der Zeit des Heiles für würdig befunden, den Heiligen als Ort der Ruhe zu dienen. Gewiss ist die Wüste uns heilig durch die Stimme des Johannes, der in der Wüste rief, predigte und die Taufe der Buße spendete. Schon vor ihm hatten die größten Propheten die Einsamkeit zur Freundin, als Gehilfin des Geistes (vgl. 1 Kön 17,2f.; 19,3f.). Eine unvergleichlich höhere Gnade der Heiligung ist diesem Ort jedoch zuteil geworden, als nach Johannes Jesus dort auftrat (vgl. Mt 4,1). […] Jesus ist für vierzig Tage in die Wüste gegangen, um an diesem zu neuem Leben erweckten Ort einem neuen Leben die Weihe zu geben; er hat den Tyrannen, der ihn verfolgte, besiegt, und das weniger um seinetwillen, sondern um deretwillen, die nach ihm die Wüste bewohnen sollten. Wenn du dich also in der Wüste angesiedelt hast, so bleibe dort und warte auf den, der dich aus dem Kleinmut des Geistes und aus dem Sturm retten kann. Welche Kämpfe auch immer gegen dich wüten, welche Entbehrungen auch immer du erleidest, kehre nicht nach Ägypten zurück. Die Wüste wird dich besser ernähren mit Manna […] Der Herr wird dich dort viel wunderbarer sättigen als die Menschenmenge, die ihm gefolgt ist (Lk 4,42). In dem Augenblick, wo du glaubst, dass er dich schon längst verlassen hat, ist er es, der eingedenk seiner Güte kommt, um dich zu trösten, und der sagt: „Ich habe deiner gedacht, mich deiner Jugend erbarmend, und der Liebe deines Brautstandes, da du mir durch die Wüste folgtest“ (Jer 2,2 Vulg.). Der Herr macht aus deiner Wüste ein wonnevolles Paradies; und du wirst (wie der Prophet) verkünden, dass ihr die Herrlichkeit des Libanon geschenkt wird, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon (Jes 35,2) […] Dann wird aus deiner gesättigten Seele deine Lobeshymne aufsteigen: „Der Herr sei verherrlicht um der Wunder willen, die er an den Menschenkindern vollbracht hat! Er hat den Durst und den Hunger der Seelen gestillt“ (vgl. Ps 107(106),8–9 Vulg.).
Liebe Brüder! Wer ist der Lügner - wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist: wer den Vater und den Sohn leugnet. Wer leugnet, dass Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht; wer bekennt, dass er der Sohn ist, hat auch den Vater. Für euch gilt: Was ihr von Anfang an gehört habt, soll in euch bleiben; wenn das, was ihr von Anfang an gehört habt, in euch bleibt, dann bleibt ihr im Sohn und im Vater. Und seine Verheißung an uns ist das ewige Leben. Dies habe ich euch über die geschrieben, die euch in die Irre führen. Für euch aber gilt: Die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen. Alles, was seine Salbung euch lehrt, ist wahr und keine Lüge. Bleibt in ihm, wie es euch seine Salbung gelehrt hat. Und jetzt, meine Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er erscheint, die Zuversicht haben und bei seinem Kommen nicht zu unserer Schande von ihm gerichtet werden.
Dies ist das Zeugnis Johannes’ des Täufers: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.
Komm herbei, Mose, und zeige uns diesen Dornbusch auf dem Gipfel des Berges, dessen Flammen auf deinem Antlitz tanzten (vgl. Ex 3,2): Es ist des Allerhöchsten Kind, das aus dem Schoße der Jungfrau Maria erschienen ist und die Welt durch sein Erscheinen erleuchtet hat. Ihm gebührt Ehre von jedem Geschöpf, und glückselig ist jene, die ihn geboren hat! Komm herbei, Gideon, zeige uns jenes Vlies und jenen süßen Tau (vgl. Ri 6,37), enthülle uns so das Geheimnis deiner Worte: Es ist Maria, im Vlies [von vlius, vlus: zusammenhängende Fellwolle des Schafs] dargestellt, das durch den Tau des fleischgewordenen Wortes Gottes benetzt wird. Es hat sich durch sie der Schöpfung offenbart und die Welt aus dem Irrtum freigekauft. Komm herbei, David, zeige uns die Stadt, die du gesehen hast, und den Spross, der aus ihr keimte: Die Stadt ist Maria – das Reis, das ihr entspross, ist unser Heiland, dessen Name „Morgenröte“ ist (vgl. Jer 23,5; Sach 3,8 LXX). Der Baum des Lebens, den ein Cherub mit feurigem Schwerte bewachte (vgl. Gen 3,24), siehe, er wächst in Maria, der allreinen Jungfrau; Joseph ist es, der ihn bewacht. Der Cherub hat sein Schwert sinken lassen, denn die Frucht, die er bewachte, wurde aus Himmelshöhen ausgesandt zu den Vertriebenen, hinab in ihren Abgrund. Esst alle davon, ihr Sterblichen, und ihr werdet leben. Gepriesen sei die Frucht, die die Jungfrau geboren hat. Gepriesen sei er, der herabgestiegen ist und in Maria Wohnung genommen hat, der aus ihr hervortrat, um uns zu erretten. Glückselige Jungfrau Maria, die du für würdig befunden wurdest, die Mutter des Sohnes des Allerhöchsten zu sein, die du geboren hast den Ältesten, der Adam und Eva ins Dasein rief. Er nahm aus dir Fleisch an, die du die süße Frucht voll des Lebens bist, und durch ihn erhielten die Vertriebenen wieder Zugang zum Paradies.
In jener Zeit eilten die Hirten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.
Gott sei uns gnädig und segne uns. Er lasse über uns sein Angesicht leuchten, damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter allen Völkern sein Heil. Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. Denn du richtest den Erdkreis gerecht. Du richtest die Völker nach Recht und regierst die Nationen auf Erden. Die Völker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Völker alle. Es segne uns Gott. Alle Welt fürchte und ehre ihn.
Der Herr sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen.
Wie wir lesen, liebe Brüder, gibt es in Christus zwei Geburten; die eine wie die andere ist Ausdruck einer göttlichen Macht, die unser Begreifen übersteigt. Einerseits zeugt Gott aus sich selbst seinen Sohn; andererseits hat ihn eine Jungfrau durch das Eingreifen Gottes empfangen. […] Einerseits wird er geboren, um das Leben zu erschaffen; andererseits, um den Tod zu beseitigen. Dort wird er aus dem Vater geboren, hier wird er in die Welt gesandt um der Menschen willen. Durch seine Geburt aus dem Vater steht er am Anfang des Menschen; durch seine Geburt als Mensch befreit er den Menschen. Die eine wie die andere Form der Geburt lässt sich nicht in Worte fassen, und zugleich sind beide nicht von einander zu trennen. […] Wenn wir lehren, dass es zwei Geburten in Christus gibt, wollen wir damit nicht sagen, dass der Sohn Gottes zweimal geboren wird, sondern wir stellen die zwei Naturen in ein und demselben Sohn Gottes heraus. Einerseits wurde der geboren, der bereits existierte; andererseits wurde der erzeugt, der noch nicht existierte. Der selige Evangelist Johannes bestätigt es mit diesen Worten: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“, und weiter: „Und das Wort ist Fleisch geworden“. Gott also, der bei Gott war, ist aus ihm hervorgegangen, und das Fleisch Gottes, das nicht in ihm war, ist hervorgegangen aus einer Frau. So ist das Wort Fleisch geworden, freilich nicht in der Weise, dass Gott sich im Menschen aufgelöst hätte, sondern damit der Mensch in Gott herrlich erhoben werde. Deshalb ist Gott nicht zweimal geboren worden, sondern durch diese beiden Arten von Geburten – d. h. die Gottes und die des Menschen – wollte der einzige Sohn des Vaters selber gleichzeitig Gott und Mensch sein in einer einzigen Person: „Wer also könnte von seiner Geburt berichten?“ (vgl. Jes 53,8 Vulg.).