Alle Elemente sind im Menschen voneinander getrennt und in bestimmter Ordnung voneinander unterschieden. Die Seele erscheint wie Feuer, und die Vernunft in ihr ist gleichsam das Licht. Von der Vernunft, die lichtvoll ist, wird sie so durchdrungen, wie die Welt von der Sonne erleuchtet wird, weil sie durch die Vernunft alle Werke, die sie im Menschen wirkt, voraussieht und erkennt. […]
Auch die Sonne erscheint nicht, wenn sie von einer schwarzen Wolke verdunkelt und von Blitz, Donner und übermäßigen Regengüssen verdeckt ist. Wenn aber diese alle aufhören, sendet sie wieder ihr Licht aus. Darin weist sie auf die Seele des Menschen hin. Denn wenn diese vom Leib so bedrängt wird, dass sie nach den Begierden des Fleisches handelt, wird das Licht der Vernunft in ihr verdunkelt, weil der Zorn wie der Blitz, die Habgier wie Donner und die unerlaubten Wünsche des Fleisches wie übermäßige Regengüsse sind. Aber wenn sie sich dann durch die Reue von ihnen gereinigt hat, wird sie wieder von der Klarheit des wahren Lichtes erleuchtet, indem sie hofft, dass sie befreit und geheilt werden kann. Die Seele haucht also Vernunft aus, wie das Feuer Funken aussprüht, und durch sie unterscheidet sie Himmlisches und Irdisches. […]
Die Seele wird im Menschen durch das Feuer des Heiligen Geistes zu allem Guten gestärkt und durch die Kälte der Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit geschwächt. Wenn das Feuer der Stärke und die Zerknirschung des Menschenherzens sich mischen, bringen sie in ihm gute Frucht hervor und stärken ihn so in allem Nützlichen und rüsten ihn aus, dass er nicht mehr vom Dienst für Gott und der Liebe zu Ihm getrennt werden kann.
Quelle: Evangelizo